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Die Sportakrobatik

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Geschichtliches zur Sportakrobatik


Die Akrobatik hat ihren Ursprung weltweit und zählt zu den ältesten speziell trainierten Körperübungen überhaupt. Davon zeugen Funde aus Ägypten, China, Mexiko, und Skandinavien. Die ältesten Funde sind sicher aus Ägypten, wo etwa 4000 Jahre alte Reliefdarstellungen, gefunden bei Teben, akrobatische Ubungen darstellen. In Mexiko gab es gefundene Plastiken mit akrobatischen Darstellungen die in die Zeit zwischen 1300 und 800 v.u. Zeitrechnung datiert wurden.

In Griechenland, dem Ursprungsland der Olympischen Spiele, gab es in der Akrobatik schon regelrechte Spitzenleistungen auch in unserem heutigen Verständnis. Die Römer nutzten das Pyramidenbauen für militärische Zwecke, um damit die hohen Mauern des Feindes zu überwinden, aber zu ihrer Zeit waren auch Gaukler sehr beliebt.

Zu den Venezianischen Spielen in Italien wurde das Pyramidenbauen um 1600 Wettkampfdisziplin.

Mit der Entstehung des Zirkus im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts und des Varietes im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bekam die Akrobatik einen besonderen Auftrieb. Ohne systematisches Üben war man der Konkurrenz nicht mehr gewachsen. Um 1900 gab es in Deutschland ca. 30 000 Artisten, davon die Hälfte Akrobaten.

1900 gab es schon Spitzenleistungen, die auch heute noch absoluten Bestand haben. Die Kremo-Familie (Artistenfamilie aus Groß-Köris bei Berlin) zeigte europaweit einen dreifachen Salto von den Füßen geworfen und wieder gefangen. Die Gebrüder Schenk zeigten einen Handstand auf den Füßen des Unterpartners, der im Handstand stand.

Die Gründung des Deutschen Athletenverbandes 1891 gilt auch für die deutschen Sportakrobaten als Beginn ihrer sportlichen Entwicklung. Bis Ende der 50er Jahre waren es noch regelrechte Amateur-Artistenwettstreite, die seit 1925 auch als Deutsche Meisterschaften innerhalb des Athletenverbandes ausgetragen wurden. Große Impulse gab es nach dem 2. Weltkrieg, als besonders im damaligen Ostblock insbesondere in der Sowjetunion, Polen, Bulgarien und der DDR die Akrobatik zur heutigen Sportart entwickelt wurde. Es entwickelte sich ein weltweit einheitliches Wettkampfsystem, das sich hauptsächlich an dem sowjetischen Programm orientierte.

Dies lässt sich besonders an der deutschen Entwicklung erkennen, wo nach dem zweiten Weltkrieg in beiden deutschen Staaten zunächst der Kunstkraftsport in den Athletenverbänden fortgeführt wurde. So wurden auch gemeinsame deutsche Meisterschaften, wie 1953 in Mainz-Weisenau und 1954 in Leipzig  (Jugend), veranstaltet, aber ab 1956 passte sich der Osten mehr den sportlichen Belangen des Turnens an. Durch eine Systematisierung wurden sie dem Turnverband zugeordnet und nannten sich fortan Sportakrobaten.

Im Westen blieb man dagegen unter dem Zirkushistoriker und Sammler Edwin Schirmer aus Hamburg der alten Tradition zunächst treu (unter seiner Leitung waren 1955 Deutsche Meisterschaften z.B. in Coburg). Bis 1975 war es dort noch der Deutsche Kunstkraftsportverband, der nach der Herauslösung aus dem Athletenverband die Geschicke führte. Die Anpassung erfolgte aber sehr schnell, als die Internatio- nalisierung der Sportakrobatik einsetzte.

1957 gab es in Warschau von Polen organisiert das erste internationale Akrobatik- turnier mit Polen, Bulgarien, der Sowjetunion und der DDR.

Die ersten Weltmeisterschaften richtete 1974 Moskau aus.

In Deutschtand wurden Weltmeisterschaften 1976 in Saarbrücken, 1990 in Augsburg, und in Riesa 1996 und 2002 ausgetragen.

1991 wurde der erste gesamtdeutsche Vorstand gewählt.

Die vorgesehene Fusion des Deutschen Sportakrobatik-Bundes mit dem Deutschen Turner-Bund kam im Jahre 2000 nicht zu Stande, da die Fernsehvertragsrechte nicht auf den DTB übertragen werden konnten. Dadurch wäre zunächst ein erhebliches finanzielles Loch entstanden. Somit wurde die Fusion auf unbestimmte Zeit verschoben. Über eine enge Zusammenarbeit vertritt der Deutsche Turner-Bund die Sportakrobaten international.

Quelle: Sportakrobatikbund